SumpfNews Giessen
April 2012

Editorial

Liebe SumpfNews-LeserInnen,

• intermezzo #5
Fr. 30.3. -:- 20 Uhr
Neuer Kunstverein Gießen
"den tönen zeichen zu setzen" –
Grafische Notationen, Vortrag mit Hörbeispielen
In der gerade zu Ende gegangenen Ausstellung von Antonia Baehr waren Blätter zu sehen, die im Kontext Bildender Kunst einen gewissen Bruch darstellen: Partituren, also funktionale Werke, die zuerst als Vorlage für Handlungen, für die Aufführung von Kompositionen dienen.
Grafische Notationen von Musik hatten ihre Hochzeit in der klassischen Neuen Musik in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts; ihre Anfänge reichen aber viel weiter zurück und sind allgemein ein Spiegel der Versuche, musikalisches Handeln schriftlich zu fixieren.
Der Vortrag schlägt eine Bogen durch diese Geschichte und präsentiert exemplarische Noten und Hörbeispiele ihrer Umsetzung.

• Knopf-Akkordeon Extravganza –
Doppelkonzert mit Dr. Bajan

Do. 19. 4. ab 20:30 Uhr Solo-Gesprächskonzert mit Dr. Bajan im Cafe Amelie
Nikolai Fomin - aka Dr. Bajan - St. Petersburger Berliner, Weltmusik-Preisträger, Knopf-Akkordeon-Virtuose und Songwriter spricht über seine Musik und sein Instrument. Und spielt sie natürlich auch. Umrahmt von ein wenig Film und viel Geselligkeit.

Fr. 20. 4. ab 22 Uhr im Domizil:
Bloody Kalinka
Dr. Bajan spielt mit seiner Urban-Country-Polka-Rock- Combo Bloody Kalinka - Augen, Hemden und Kehlen werden eher nicht trocken bleiben!
http://www.bloodykalinka.de/

• "Nordstadtbrücke"
Der Baubeginn der neuen Fußgänger-/Fahrrad-Brücke über die Lahn, die die Nord- mit der Weststadt verbindet, braucht einen Namen. SumpfNews untertützt den Vorschlag Wangari-Maathai-Brücke, mit der die Wissenschaftlerin und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai geehrt werden könnte. Manthai hat einige Jahre in Gießen studiuert. Die Biologin ujd Veterinärmedizinerin ist letztes Jahr verstorben.
www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Universitaet-trauert-um-Nobelpreistraegerin-Wangari-Maathai-_arid,289407_regid,1_puid,1_pageid,113.html
de.wikipedia.org/wiki/Wangari_Maathai

• Brücke 2
Ein schönes Beispiel für eine verbindende Nutzung einer Brücke liefert
migrationshintergrundrauschen.de in Berlin-Neukölln bzw -Kreuzberg:
"Migration ist eine Art Rauschen im Hintergrund, und manchmal ein Kriterium für Ausschluss oder Einschluss. Ein LKW bringt Rauschen von der einen Seite des Landwehrkanals über die Brücke auf die andere Seite. Wir nehmen Sound in Neukölln auf und spielen ihn jenseits wieder ab, beim Nachbarn in Kreuzberg. Dann nehmen wir dort auf und transportieren wieder zurück. Und so weiter. So entsteht ein Verkehr über die unsichtbare Bezirksgrenze hinweg. Von Neukölln nach Kreuzberg, von Kreuzberg nach Neukölln. Sans papier, ohne Pass, no landlord."

Der Kirchplatz wird ebenfalls in absehbarer Zeit umgestaltet. SumpfNews schlägt hierfür die Errichtung eines Pavillons/Konzertmuschel für (Strassen-)Musikdarbietungen vor.


(Konzertmuschel im Kurgarten Alpirsbach)

• Rue Pipi
Und zum Abschluß der urbanen Anregungen noch ein Beispiel gelungener Kartograhie:
www.florianriviere.fr/partage/igp-ruepipi.jpg
Der französische Künstler Florian Riviere und L'institut Géographique Pirate präsentieren in Straßburg den Stadtplan "Rue pipi", "Cartographie des ruelles du centre ville strasbourgeois propices à uriner avec un minimum d'intimité de jour comme de nuit".

Auch in dieser Ausgabe die monatliche Kolumne von fantomas und ein Comic von AE.

Herzliche Grüsse
Wolf D. Schreiber

Kunst

• ATRIUM RATHAUS GIESSEN
Berliner Platz 1, 35390 Giessen
Wolf D. Schreiber – Draussen vor der Tür
Appropriation Art
sowie
Volker KustererDer Fleck, die Form, die Farbe, das Licht
Exkursionen ins "Optisch-Unbewusste"

bis Mitte April

Wolf D. Schreiber zu "Draussen vor der Tür":
Die Motive der Fotoserie “Draussen vor der Tür” sind Kunstwerke in Galerien, betrachtet von außen durchs Schaufenster. Viele Menschen werfen beim (zufälligen) Vorbeigehen einen flüchtigen Blick in das Schaufenster einer Galerie. Auch sehen sie Spiegelungen der Umgebung; die Hausfassade wird zu einem Rahmen. Diese Ansicht konserviere ich.
Mit der Kamera eigne ich mir das fremde Werk an. Es entsteht eine Verfremdung. Sie ist Sinnbild einer magischen Grenze zwischen öffentlichen und privatem Raum. Hier die Straße, auf der ich mich frei bewegen darf, dort die Galerie, die als Geschäftsräumlichkeit im Rahmen ihrer Öffnungszeiten frei zugänglich ist, aber juristisch eine Privatsphäre darstellt. Das Gebäude an sich unterliegt der Panoramafreiheit, den Blick ins Innere fotografisch festzuhalten und zu verwerten ist ohne Genehmigung nicht gestattet. Das Thema Copyright / Urheberrecht wird in allen Bereichen, nicht nur der Kultur, diskutiert. Meine Photos sind auch eine Form von Diebstahl und Piraterie. Die Bilder von Außen zu betrachten, also den Marktplatz Galerie nicht zu betreten, selbst nicht am Markt teilzunehmen, ist Kapitalismus- bzw. Kunstmarktkritik.
Im Moment der Photographie beginnt die Reise des Abbildes des Kunstwerkes, die mit einer Ausstellung in einem anderen Kunstraum ihr Ziel erreicht. Es sind Appropriationen.  Das bedeutet, fremde Werke in das eigene Werk zu integrieren, dieses erkennbar zu belassen und zu zitieren. Die Übernahme und Bearbeitung fremder Vorlagen als eigene Kunstform und Arbeitstechnik zu etablieren, ist ein Anliegen der Appropriation Art - Künstler.
www.appropriation-art.de

• NEUER KUNSTVEREIN GIESSEN
Licher Str. / Ecke Nahrungsberg, 35394 Giessen
»TOURNÉ, TOURNÉ, TOURNÉ, TOURNÉ
(LOOK WHAT THEY'VE DONE TO MY SONG, MA)«

14.04.–26.05.2012
Gruppenausstellung mit Arbeiten von Thomas Janitzky, Inga Kerber, Jochen Plogsties, Anna Sartorius
Nach den ersten beiden Stationen dieser Gruppenausstellung in Stuttgart und im Kunstverein Leipzig entsteht in Gießen der dritte Teil einer insgesamt vierteiligen Ausstellungsreihe von vier jungen künstlerischen Positionen aus Leipzig.
An allen Aufführungsorten verwandeln sich die künstlerischen Positionen von ›TOURNÉ, TOURNÉ, TOURNÉ, TOURNÉ (LOOK WHAT THEY'VE DONE TO MY SONG, MA)‹ und thematisieren so das Phänomen der Wiederholung als eine eigenständige künstlerische Sprache jenseits der negativ konnotierten Bedeutung. Wiederholung verstehen die vertretenen Künstlerinnen und Künstler nicht als Last des ermüdenden Repetierens, sondern vielmehr als Möglichkeit Neues zu erschaffen.
kunstverein-giessen.de

• OBERHESSISCHES MUSEUM
Brandplatz, 35390 Giessen
29.03.–06.05.2012
Antonio Marra - Malerei &
Raimund Göbner - Skulpturen

• KUNSTHALLE GIESSEN
Berliner Platz 1, 35390 Giessen
05.04. -:- 15.05.2012
Land schafft Ressourcen
Eine Ausstellung der DFG-Senatskommission für Stoffe und Ressourcen in der Landwirtschaft und des Instituts für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Justus-Liebig-Universität Gießen.
landschafftressourcen.de

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• ATELIERFRANKFURT e. V.
Hohenstaufenstraße 13-25, 60327 Frankfurt am Main
www.atelierfrankfurt.de
24.02. – 12.04.2012

• Robo Cats in Titan City – Paul Wiersbinski

• Wenn zu viele betteln, kommt der Kanzler – Neue Malerei von Thomas Erdelmeier

• Schwer, ausgeführt von 2151, kuratiert von Anny und Sibel Öztürk

Musik / Film / Literatur

KONZERTE CAFÉ AMELIÉ
Walltorstr. 17, 35390 Giessen
www.cafe-amelie.de
Alle Konzerte Eintritt frei, Spende willkommen

6.4. -:- 21 Uhr
Miss Massive Snowflake
Die klaustrophobische Musik von Miss Massive Snowflake ist wie der Soundtrack zu einem unbestimmten schwarz-weiss-Film aus dem 22stem Jahrhundert. Sie ist gerammelt voll mit eindrucksvollen Samples von Dialogen, Fragmenten von naiven Kinderstimmen, elektronischen Samples und düsteren Bässen, welche zu einem einzigartigem Pop alternativer Dimension gerinnen.
Support: Rider where the trees are low (Marburg)
www.myspace.com/missmassivesnowflake

13.4. -:- 21 Uhr
HerrBinner
“Es mangelt mir an nichts, außer an positiven Gedanken! Ich lebe in der Welt der Wohlstandsprobleme und dafür wollte ich mich bedanken.” (Wohlstandsprobleme)
HerrBinner ist ein Liedermacher aus Berlin, der über das schreibt und singt, was er erlebt und sich denkt. HerrBinner hat drei Alben aufgenommen, die kostenlos zum Download bereitstehen.
HerrBinner spielt entweder alleine mit seiner alten Ibanez Gitarre (Ibanez V 300 (1983) plus Dean Markley Magnettonabnehmer) oder mit der Liedermacherband Die Biertenöre
www.herrbinner.de

17.4. -:- 21 Uhr
Tidemore
Nach gefeierten Konzertauftritten, unterwegs in Deutschland, den Niederlanden und Norwegen, ist das erste Studioalbum von Tidemore endlich da. Mit „Not My World“ präsentieren die beiden Brüder Andreas und Matthias Pietsch musikalisch bewegende Songs, die mit sanften eingängigen Linien, einem ganz eigenen Klangausdruck und berührenden Texten bestechen. Wo die Worte aufhören, beginnt die Musik zu tragen. Feinfühlig und dynamisch angelegt, interpretieren die beiden Gitarristen aus Berlin ihre Songs immer wieder anregend und neu. Rhythmisches
Gitarrenspiel, um die zumeist sehnsuchtsvollen Melodien geführt, unterstützt den mehrstimmigen Gesang. Zudem macht vor allem die großartige Kombination aus eindringlicher stimmlicher Präsenz, warmer Klangfarbe und einem außergewöhnlichen Falsettbereich jedes Konzert einzigartig.
tidemore.de

20.4. -:- 21 Uhr
Mühlleitners Liedermacher
Onkel Hanke und der Hanfblutprinz
myspace.com/onkelhanke

27.4. -:- 21 Uhr
Alexander Liebe
Ja, der „Liebe“ wurde wohl schon so manches hinterher gesagt oder versucht für sie eine geeignete Definition zu finden. Aber in diesem Fall hat der Begriff „Liebe“ ein Gesicht, eine Stimme, sechs schwingende Gitarrensaiten, schlicht Gefühl für gute Musik und heißt Alexander Liebe.
alexanderliebe.com

ACOUSMAIN
Do. 19.04. -:- 21 Uhr
Atelier FFM, Hohenstaufenstr 13-25, Frankfurt/M.
#28
acousmain.de
Eintritt frei

• JAZZ IG im ULENSPIEGEL
Seltersweg 55, 35390 Gießen
4.4.2012 -:- 20.03 Uhr
GBL Guerilla Jazz
Sven Grau - ts, Joe Bonica - dr, Detlef Landeck - tb

Aus dem Ulenspiegel-Programm:
Mittwoch, 25.04.2012 | 20:30
Les Fils De Teuhpu (F)
www.ulenspiegel-giessen.de/

CLUBBING in GIESSEN

Domizil
1. Di. grand chill stereo mit greenlane
1. Do. Stereo Soft Bar -:- Vitus Werdegast
1. Sa. Grease & Rockin'
2. Di. Smooney, HipHop
2. Do. Stereo Soft Bar -:- Erik Meier & Felix Felis
2. Sa. Funk Night
3. Mo. In the garage -:- fantomas
3. Di. kwerbeat
3. Mi. Contenance
3. Do. Stereo Soft Bar -:- Ilkonaut
3. Sa. Reggae (ab und an)
4. Di. Plattenjunkies Psychedelic Circus
4. Mi. IndieTronik&Schräges mit Nata+Variable x
4. Do. Dubble Bobble - DJs Greenlane & fantomas
5. Mi. Die Jungen aus der Hölle

RADIO
radio x - das werbefreie Frankfurter Stadtradio.
Fr. 13.04.2012 -:- 16-17 Uhr
Das Seminar
mit Stefan Beck: Ich sitze allein im Studio von radio x und werde eine Stunde lang über alles reden, was mir in dieser Zeit durch den Kopf geht. Ohne Konzept, Notizen und Musik.
Jeden 2. Freitag im Monat von 16 -17 Uhr
Zu empfangen in Frankfurt/M. über Ukw 91,8 Mhz. + Kabel 99,85 Mhz. oder im Internet als MP3-Stream.
www.radiox.de/Das-Seminar.html

Giessen Urban

• zwischenraum
11. Oktober 2011 - 31. August 2012
Bahnhofstr. 44, Giessen
ein jahr für raum, zeit und theater
diskursfestival.de

• MINUTO - ZeitGutscheine
Zahlungsmittel, selbst geschöpft, für alle Regionen
Treffen 10.4.2012 -:- 20 Uhr
Café Amélie, Walltorstr.17, Gießen
www.minuto-zeitgutscheine.de

• WORKSHOP / DIY
Noisefoc Deluxe & Fuzz-O-Mat

17.04.2012 -:- 18 Uhr
Musikhaus Schönau, Schiffenberger Tal, Gießen
http://leaf-audio.com/workshops_de_1_Noisefoc-DIY-Synth-Fuzz-O-Mat-LeafAudio-Musikhaus-Schoenau-Giessen.html

• FÜHRUNG
Das Setzkasten-Buchdruckmuseum Gießen
20.04.2012 -:- 14:00 Uhr
Gießen-Wieseck, Wellersburgring 10

• KABARETT
Cafè Amélie, Walltorstr. 17, 35390 Giessen
Erich Schaffner
26.4. -:- 21 Uhr

• botanoadopt @ Gießkannenmuseum
Sternsukkulente “Down to Earth”, Tronco “Jakarta”, Agave “Piet Zwart”, Grünlilie “Myrna Loi” und weitere botanische Findelkinder, die sich verändern möchten und ein neues zu Hause suchen. Adoptiert werden kann über botanoadopt.org oder direkt vor Ort im Museum.
http://networkedblogs.com/vxnnO

Stilmanns Kolumne

partial arts – expeditionen ins medienreich mit h.h.h. stilmann

liebe mitinsassen, werte waerter, mexikaner,

als ich, eben noch aufs annehmlichste entgeistigt, meinen passagierenden tunnelblick schwuelstigen knospen nachschweifen liess, hoppelt da doch ein fruehreifer osterhase mit spice-pupillen, rasierten, blau gefaerbten eiern und gebleichter rosette ueber meine wiese ... und vom groschenhagel getroffen, bleibt mir nichts uebrig, als reuig meine selbstgerecht verspielte widerlegung aller verschwoerungstheorien von letztem monat zu widerrufen. zwar ist es mir nach 20 jahren giessen kaum moeglich, die ressourcen, die eingesetzt wurden, um diese siedlung noch haesslicher, konsumgeiler und brunziger zu machen, genau zu beziffern - mit irgend welchen gerechten dingen im weitlaeufigsten sinne kann es augenscheinlich nichts zu tun haben. dunkle maechte muessen also im spiel sein - der rest ist nominal
www.youtube.com/watch?v=pFzlX9X3E18

doch bevor ich anfange, euch von meinem traum zu erzaehlen, in dem der papst barfuss und nur mit einer machete bewaffnet, nicht ohne die tatkraeftige unterstuetzung eines nonnen-ninja-geschwaders jedoch, ciudad juarez erobert und zum gottesstaat erklaert, widmen wir uns lieber den schoenen. zunaechst hab ich euch vor kurzem jessie mae mit ihrem hut erst angekuendigt und dann einfach unterschlagen
www.youtube.com/watch?v=aI0omeWDbFQ

und weils auch oder gerade im fruehling kaum schoeneres gibt, als maedchen mit gitarren
www.youtube.com/watch?v=6wwD0JaSzfQ
www.youtube.com/watch?v=Cbu8arY3RFM

und damit ihr euch all zu sehr auf euren moehren ausruht, hier noch was nachdenkliches zur veganer-debatte
www.youtube.com/watch?v=kPBuJziu52U

so, ich geh jetzt meinen volkstribunen-schein machen
www.youtube.com/watch?v=71sg-ThOQ6o

euer h.h.h. stilmann

Comic von AE

parole-ae.blogspot.de

Digital World

WWW RESOURCES

Bring Your Own Beam (BYOB)
BYOB is a series of one-night exhibitions where artists are invited to bring their own beamers (digital projectors) and explore the medium of projection by creating a collaborative happening of moving light, sound and performance.
byobbirmingham.tumblr.com/

BLOGOSPHERE

Hypotheses
Dieses Portal enthält Beiträge, die von der wissenschaftlichen Redaktion aus den deutschsprachigen Wissenschaftsblogs von Hypotheses.org ausgewählt wurden.
de.hypotheses.org/

Occupy with Art
www.occupywithart.com/

EGINHARTZ parasite swarms
eginhartz.wordpress.com

TERMINE

untergrund-navigator Rhein-Main
http://www.copyriot.com/untergrund/intro.html


(Erste deutsche mobile Orgel, im Kloster Alpirsbach)

Anthologie Sumpf

Najaden
Die Najaden sind der griechischen Mythologie nach Nymphen, die über Quellen, Bäche, Flüsse, Sümpfe, Teiche und Seen wachen. Sie waren entweder Töchter des Zeus oder des Okeanos. Trocknete das Gewässer einer Najade aus, so musste sie sterben.
Die Najaden waren oft Objekte örtlicher Kulte, die sie als Fruchtbarkeitsgöttinnen verehrten. Ihren Gewässern wurden mitunter eine magische heilende Wirkung oder prophetische Kräfte zugesprochen.
Die Najaden waren darüber hinaus für ihre extreme Eifersucht bekannt. Einer Erzählung des Theokritos nach war der Hirte Daphnis der Liebhaber der Najade Nomia. Da Daphnis ihr einige Male untreu war, strafte sie ihn aus Rache mit Blindheit.
Bateia ist in der griechischen Mythologie eine Najade aus Sparta. Sie ist die Gattin des spartanischen Königs Oibalos und die Mutter von Hippokoon, Tyndareos und Ikarios.
(Quelle: Wikipedia)

Süsswasser ist jenes Element, das mit den Nymphen am meisten in Verbindung gebracht wurde. Salzwasser blieb hingegen eine Domäne der Nereiden. Die Vorstellung beider Wesensarten beeinflussten sich jedoch gegenseitig. In byzantinischer Zeit waren die Nymphen vollständig in der Bezeichnung Nereiden aufgegangen, aber trotz des Christentums immer noch präsent.
Wie die Nymphen allgemein, versuchte man auch die Najaden selbst in Gruppen einzuteilen. Daraus resultierte die grch./lat. Klassifizierung in Krinaiai/Crinaeae (Springbrunnen), Pegaiai/Pegaeae (Quellnymphen), Eleionomai/Eleionomae (Sumpfnymphen), Potameides (Flussnymphen) und Limnades bzw. Limnatides (Seenymphen). Die Römer reihten auch die Gewässer des Hades als Nymphae Infernae Paludis (unterirdische Sumpfnymphen) oder Avernales (Unterweltswesen; nach dem Averner See) hier ein.
In diesem Sinne repräsentieren Nymphen alle Arten von Binnengewässern, seien sie natürlich (Flüsse, Seen, Teiche und Sümpfe) oder künstlich angelegt (gefasste Quellen, Brunnen aller Art). Thermalquellen standen infolge der Verbindung mit den heilenden Kräften der Natur unter ihrem besonderen Schutz. Weiters sollte das musische Geräusch des Wassers durch sie Dichter und Sänger inspirieren. Durch ihre jugendliche Natürlichkeit wurden sie nicht nur zum fixen Bestandteil von Heil-, Geburts- und Fruchtbarkeitsriten, sondern zum antiken Sexsymbol schlechthin. In der Mythologie erscheinen sie sowohl als Verführte, als auch als Verführerinnen.
Man dachte sich die Nymphen meist in ihren Gewässern wohnend oder zumindest schwimmend bzw. mit ihnen verfliessend. Die Austrocknung eines Flusses bedeutete ihr Ende. Sie schenkten das Wasser der Quellen (wenn es sich um Heilquellen handelte wurden diese Quellnymphe besonders verehrt) und konnten sogar Regen herbeiführen. Auch kümmerten sie sich um die Ertrunkenen, die sie so in ihren Kreis aufnahmen.
Viele Najaden waren Töchter des Zeus; ähnlich viele Abkömmlinge von Flussgöttern. Sie wohnten nicht nur in Grotten, Höhen und an Quellen, sondern auch an den Ufern der grösseren Gewässer. Alte Sagen berichten, dass sich aus Blut oder Tränen einer Nymphe eine Quelle entwickelte. Seit Ovid verwandelte sich die Nymphe selbst in die Quelle. Nach ältestem Glauben lebten sie allerdings auf dem Land in Grotten und Höhlen. Da darunter auch trockene Höhlen waren, standen sie diesbezüglich nicht nur mit den Najaden in Verbindung. Deshalb zählt man die auf Wiesen lebenden Leimoniades (zu grch. leimon Wiese, Weide, Au) und die in Gärten hausenden Kepides (zu grch. kepos Garten) ebenfalls zu den Najaden.
(Quelle: imperiumromanum.com/religion/
antikereligion/nymphen_02.htm
)

Naiad (Mond)
Naiad oder Najade (auch Neptun III) ist der innerste und einer der kleineren Monde des Planeten Neptun. Er besitzt die kürzeste Umlaufzeit eines Planetenmondes im Sonnensystem. Naiad war der letzte Neptunmond, der beim Vorbeiflug der Raumsonde Voyager 2 im Jahre 1989 von Richard John Terrile wohl am oder kurz vor dem 18. September entdeckt wurde. Die Entdeckung wurde am 29. September 1989 bekanntgegeben; der Mond bekam die vorläufige Bezeichnung S/1989 N 6. Am 16. September wurde der Mond von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) nach den Najaden (altgriechisch für „fließen“ und „fließendes Wasser“) benannt.
(Quelle: Wikipedia)

(Arnold Böcklin – Das Spiel der Najaden, 1886)

 

(John William Waterhouse – Hylas and the Nymphs, 1896)

Alle Folgen der Sumpf-Kultur-Anthologie:
sumpfnews.de/anthologie-sumpf.html


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2004 12   11   10   09

Adressen Kunstorte: Frankfurt

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